VfL Rheingold Poll wird von Nachbarn Westhoven-Ensen ordentlich zusammengestutzt

SV Westhoven-Ensen - VfL Rheingold Poll 4:1 (Halbzeit 2:1)

Jan Hammes (2), Raimund Schmitz und ein Eigentor besiegeln Poller Schicksal, Keivin Klein betreibt Ergebniskosmetik. Der Derby-Klassiker beschert dem SVW dabei eine Rekordeinnahme.

Mit einem hochverdienten 4:1 (2:1)-Erfolg entschied der SV Westhoven-Ensen das Lokalderby am Sonntag gegen den VfL Poll. Dabei hätte der Sieg der Gastgeber auch wesentlich höher ausfallen können. Doch zunächst hatten beide Mannschaften in der letzten Woche Nachholspiele zu bestreiten. Die Mannschaft von Trainer Markus Arndt gastierte am vergangenen Donnerstagabend auf dem ungeliebten Aschenplatz in Leverkusen-Opladen und kassierte da nach 90 Minuten eine vermeidbare 1:0 (1:0)-Auswärtsniederlage. Der Treffer des Tages fiel bereits nach 4 Minuten, in der restlichen Spielzeit gelang es dem SVW nicht mehr das Ergebnis entsprechend zu korrigieren.

Am vergangenen Mittwoch bestritt dann der VfL Poll sein Nachholspiel gegen den Heiligenhauser SV. Nach einem 0:0-Pausenstand gelang dem VfL mit einer gehörigen Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt dann ein verdienter 4:0-Erfolg über die Bergischen. Für die Tore zeichneten Interrante (1:0/60., 3:0/69.), Batoum (2:0/66.) und Horn (90.+2) verantwortlich. Damit konnte sich der VfL bereits vor dem Nachbarschafts-Klassiker punktemäßig etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen.

Im langersehnten Nachbarschaftsderby wurden die Zuschauer bereits nach 4 Minuten von den Sitzen gerissen. Westhovens Kapitän Raimund Schmitz angelte sich 30m vor dem Poller Tor das Leder, ging noch ein paar Schritte und hämmerte das Leder dann gekonnt aus 25m in den rechten oberen Torgiebel, unhaltbar für den Poller Keeper Dejgahipour. Ein Auftakt nach Maß. 2 Minuten später hatte Jan Hammes eine gute Tormöglichkeit, doch sein Schuss aus spitzem Winkel konnte noch abgeblockt werden. In der 12. Minute lag der Ball erneut im Kasten des VfL, jedoch wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.

Jan Hammes ließ dann nach 17 Minuten mit seinem 8. Saisontor das fällige 2:0 folgen. Hierbei wurde er mit einem fantastischen 40m-Pass von Raimund Schmitz in den freien Raum geschickt, ließ sich dann im Laufduell gegen Müller nicht mehr abschütteln und schob das Leder cool aus spitzem Winkel erfolgreich ins lange Eck. Weitere 5 Minuten später scheiterte Patrick Czaja nur knapp mit einem 16m-Schuß. Die Mannschaft von Markus Arendt agierte in den ersten 35 Minuten absolut überlegen. Sie hatte klar die spielerische Kontrolle und agierte teilweise nach Belieben. Die Elf präsentierte sich wesentlich engagierter und couragierter. Der VfL lief meistens den Aktionen hinterher und verlor gerade im Aufbauspiel bei ordentlichem SVW-Gegenpressing viele Bälle.

Aber sie kamen auch zu Torchancen. Nach einem Ballgewinn von VfL-Neuzugang Julian Potisk im Westhovener Strafraum legte dieser in der 35. Min. das Leder quer auf den freistehenden Osama Lawah, der dann aus 6 m keine Mühe hatte und den überraschenden 2:1-Anschlusstreffer markieren konnte. 2 Minuten später hatte allerdings der Gastgeber auf der anderen Seite erneut die Chance auf 3:1 zu stellen. Hier ließ Jan Hammes zunächst zwei Gegenspieler stehen und scheiterte dann aber an VfL-Keeper Dejgahipour. Hammes übersah hierbei aber den völlig blank stehenden Tobias Pietrek, der sich in dieser Szene zurecht ärgerte und den Torjäger zusammenstauchte.

Das Trainergespann Fanroth/Trovato brachte dann in der zweiten Halbzeit Dominic Spitali für Alberto Tornambé ins Spiel. Spitali fehlte in den letzten Matches urlaubsbedingt, tat dem Spiel der Gäste aber in kreativer Hinsicht gut. Nach einer knappen Stunde hatten dann die Poller Fans den Torschrei schon auf den Lippen. Mit einem feinen Zuckerpass von Graber stand Potisk auf einmal 12m vor dem Kasten alleine vor Torwart Skibba, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Westhovener Schlussmann zum großen Ärger der Poller Bank. Die weiteren Angriffsbemühungen der Gäste wurden jedoch nach 65 Minuten getrübt.

Nach einem schnellen Konterspiel der Hausherren schoss Hammes aus halblinker Position auf das VfL-Tor, wobei Defensivakteur Hoffmann den Ball noch entscheidend und unhaltbar ins Poller Tor abfälschte und der Gastgeber damit 3:1 in Führung lag (66.). 10 Minuten später sorgte dann erneut Jan Hammes mit seinem 9. Saisontor für die endgültige Entscheidung. VfL-Keeper Dejgahipour konnte einen Schuss aus dem Getümmel nur abklatschen lassen, Hammes war zur Stelle und verwandelte den Abpraller in souveräner Manier zum 4:1 (75.).

Den Schlussabschnitt spielte die Mannschaft von Markus Arendt gekonnt herunter und das Resultat von 4:1 hatte auch nach gespielten Minuten Bestand. Insgesamt ein verdienter Erfolg für die Gastgeber, die lediglich zwischen der 35.-55. Spielminute etwas fahrig agierten und den VfL wieder ins Match ließen. Ein Qualitätsunterscheid war heute klar ersichtlich. Bestnoten verdiente sich Referee Bilal Bodabouz, der ein würdiger Spielleiter dieses einseitigen Klassikers war.

Kurzkommentar VfL-Coach Salva Trovato:
"Wir hatten in dieser Woche ein Erfolgserlebnis und heute eine klare verdiente Niederlage. Am Mittwoch haben wir erst nach einer ordentlichen Halbzeitpredigt unser Potential abgerufen und dann auch am Ende verdient 4:0 gegen Heiligenhaus gewonnen. Heute war das dann eine klare Sache für Westhoven. Die Jungs waren bissiger, williger und einfach abgezockter. Sie waren uns immer einen Schritt voraus und gehen hier auch verdient als Sieger vom Platz.
Wir haben nach dem 2:0 taktisch umgestellt, kamen dann etwas besser ins Spiel rein, aber letztendlich kommst du gegen die Klasse von Westhoven nicht an. Für mich war es unterm Strich allerdings kein richtiges Derby, das kenne ich so anders. Allerdings haben wir mit unserer Leistung auch viel dafür getan das es sich nicht zu einem Derby entwickelte."

SV Westhoven-Ensen:
Michael Skibba, Jonas Malgay, Stephan Antonio Angelo Nienaber, Aaron Wieland, Patrick Njangue (85. Pascal Cerqueira-Pires), Fabio Brito-Ventura, Patrick Czaja, Raimund Schmitz, Leonard Schäfer, Tobias Pietrek (70. Thomas Kildau), Jan Hammes (85. Bajram Syla) - Trainer: Markus Arendt
VfL Rheingold Poll:
Aboutaleb Dejgahipour, Kevin Horn, Hiroki Yanagisawa (78. Maurice Radschuweit), Dominik Müller, Nico Hoffmann, Adrian Graber, Julian Potisk, André Jenner, Alberto Tornambé (46. Dominic Spitali), Osama Lawah (71. Tufan Zenginer), Kevin Klein - Trainer: Salvatore Trovato - Trainer: André Fanroth

Autor: Porz-Online.de / www.porz-online.de