VfL Rheingold Poll schlägt die SG Worringen 3:2 nach Verlängerung und erreicht das Finale des Kreispokals 2019

Am vergangenen Dienstagabend fand das Halbfinalspiel des Kreispokales 2019 zwischen den Erstvertretungen des VfL Rheingold Poll und der SG Worringen statt. Bei trockenen, jedoch windigen Witterungsbedingungen fanden sich bei Flutlichtatmosphäre knapp 100 Zuschauer im IKKclassic Sportpark in Köln-Poll ein.

Die vom Fanroth/Trovato-Trainergespann vorgegebene Richtung sollte keine Zweifel aufkommen lassen. Wenn das Halbfinale bereits erreicht und der Titel in greifbarer Nähe ist, kann es kein anderes Ziel als den Titelgewinn geben. Außerdem galt es nach der herben 6:1 Niederlage bei DJK Frechen am vergangenen Sonntag in der Meisterschaft einiges wiedergutzumachen.

Entsprechend motiviert startete die Poller Elf in die Partie. Bereits in der ersten Spielminute kam Dominik Müller am langen Pfosten nach einem von Dominik Spitali präzise getretenen Freistoß zur ersten Chance und verfehlte nur knapp. In der sechsten Minute dann der erste Schock auf Seiten der Poller: Jannis Hurckes musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden, für ihn kam Julian Potisk in die Partie. Die Spielanteile waren in der Anfangsphase auf beide Teams gleichmäßig verteilt, Poll mit ein wenig mehr Zug nach vorne. In der 12. Spielminute flankte Marco Rennen von der linken Außenbahn auf Höhe der Mittellinie auf Vito Marolda, der sich vor dem 16-er der Gäste Raum verschaffte, den Ball sauber verarbeitete und Schlussmann Nico Richter aus elf Metern keine Abwehrchance ließ. Der Jubel im IKKclassic Sportpark war entsprechend groß. Bereits zwei Minuten später war es wieder Marolda, der nach feiner Hereingabe von Spitali aus fünf Metern nur knapp verpasste. Die Partie verlagerte sich im weitern Verlauf mehr in das mittlere Drittel und es dauerte bis zur 24 Spielminute, ehe Julian Potisk auf Seiten der Poller Elf zur nächsten Großchance kam. Sein Schuss aus 18 Metern konnte gerade noch um den Pfosten gelenkt werden.

In der Schlussviertelstunde der ersten Hälfte wurde die Poller Elf etwas passiver und so kam die Worringer Elf besser ins Spiel und verschaffte sich mehr Spielanteile. Im letzten Drittel wurden die Angriffe teils nicht präzise genug abgeschlossen und der böige Wind tat sein Übriges, lang und hoch gespielte Bälle konnten entsprechend nicht immer sauber berechnet werden und Großchancen blieben zunächst aus. In der 37. Spielminute dann der Ausgleich durch die Gäste nach einer Doppelchance: Zunächst kann VfL-Keeper Aboutaleb Dejgahipour einen Flachschuss von Aydin stark parieren, Kochan schaltet beim Abpraller am schnellsten und schiebt aus zehn Metern ein. Bis zur Halbzeit passierte nichts Hervorzuhebendes und das Schiedsrichtergespann bat nach drei Minuten Nachspielzeit zur Halbzeitpause.

Die ersten Spielminuten der zweiten Hälfte spielten sich primär im Mittelfeld beider Teams ab. Die Zweikämpfe wurden intensiver, so dass es zu mehreren Verwarnungen und gelben Karten auf beiden Seiten kam. In der 54. Minute wurde Marco Rennen nach einem präzisen Zuspiel in den Strafraum der Gäste geschickt, Worringens Schlussmann Richter kam zu spät und Referee Tobias Altehenger zeigte nach Foulspiel an Rennen auf den Elfmeterpunkt. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Spitali mit seinem nunmehr siebten Turniertreffer eiskalt und die Poller Elf ging erneut in Führung. Unmittelbar nach dem darauffolgenden Anstoß fasste sich auf Seiten der SG Worringen Telmo Pires Teixeira mit einem Abschluss aus 25 Metern ein Herz und brachte VfL-Schlussmann Dejgahipour in ernste Schwierigkeiten. Begünstigt durch den starken Wind flatterte der Ball stark und der Keeper konnte mit einer klasse Tat den Ball im letzten Augenblick noch zur Ecke entschärfen.

Im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte verlagerte sich die Partie abermals mehr in das mittlere Drittel. Auf beiden Seiten wurde intensiver in die Zweikämpfe gegangen und es kam zu einigen Foulspielen mit weiteren gelben Karten. Die Gäste-Elf erhöhte zwar in der Schlussviertelstunde den Druck nach vorne, ohne jedoch zu zwingenden Chancen zu kommen und so boten sich der Poller Elf immer wieder Kontermöglichkeiten. In der 83. Spielminute war es dann Julian Potisk, der den Sack hätte vorzeitig zumachen können. Er scheiterte im Eins-gegen-Eins am stark reagierenden SG-Keeper Richter. In der 84. Spielminute kam auf Seiten der Heim-Elf André Jenner für Tufan Zenginer ins Spiel.

Nach 85 gespielten Minuten kam es dann in der Partie zu Unruhen. Der Ball überquerte die Torauslinie der Heimmannschaft und es sah zunächst danach aus, als hätte das Schiedsrichtergespann auf Abstoß entschieden. Die Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und seinem Assistenten an der Seitenlinie war mithilfe der Headsets nicht mehr möglich und es bedurfte einer Absprache der Spielsituation im direkten Richten. Im Anschluss wurde auf Eckball für die Gäste entschieden, sehr zur Verwunderung aller Anwesenden. Aufgrund des technischen Ausfalles und der notwendigen Fehlerbehebung war die Partie für wenige Minuten unterbrochen.

Den anschließenden Eckball nutzte die Gäste-Elf zum Ausgleich. Nach lang getretener Hereingabe durch Pires Texeira auf den langen Pfosten konnte Yannick Jerusalem den Ball aus wenigen Metern mit einem Flachschuss über die Linie schieben. Doch es kam noch dicker für die Poller Elf: Kapitän Nico Hoffmann war aufgrund der fragwürdigen Entscheidung des Schiedsrichters, auf Eckball zu entscheiden, äußerst aufgebracht und kassierte zunächst Gelb aufgrund Meckerns. Da Hoffmann sich nicht beruhigen konnte und seinem Unmut weiterhin freien Lauf ließ, schickte Schiedsrichter Altehenger ihn mit Gelb-Rot vom Platz. VfL-Coach Fanroth wechselte vor Wiederanpfiff Marius Mauss für Enrico Interrante ein, um die Defensive zu verstärken. In den fünf Minuten Nachspielzeit passierte nicht mehr viel und so stand zum wiederholten Male die Verlängerung an. Die angereisten Zuschauer und Anhänger peitschten die VfL-Elf an und dies setzte nochmals Kraftreserven frei.

Trotz Unterzahl kämpfte die Heimelf unerbittlich und belohnte sich bereits in der 92. Spielminute mit der nächsten Großchance durch Potisk. Sein Schuss ins Eck nach starkem Dribbling von der Mittellinie aus konnte abgewehrt werden. Drei Minuten später die nächste Chance der Heim-Elf durch VfL-Stürmer Kevin Klein: Nach gutem Dribbling ist sein Schuss aus spitzem Winkel leider nicht gefährlich genug. Zwei Minuten später nächste Chance auf Seiten der Poller durch Spitali, sein Schuss verfehlt das Tor nur knapp. Zu diesem Zeitpunkt merkt man beiden Teams zunehmend das Schwinden der Kräfte an. Kurz vor Abpfiff der ersten Hälfte der Verlängerung kamen die Gäste aus Worringen nochmals zu einer Großchance: Der Schuss von Giuliano Pfeifer verfehlte das Poller Tor nur knapp. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter die erst Hälfte ab und nach kurzem Seitenwechsel wurde die zweite Hälfte der Verlängerung angepfiffen.

In der 110. Minute brachte VfL-Trainer Fanroth Maurice Radschuweit für den Torschützen Vito Marolda. Drei Minuten später wurde auf Seiten der SG Worringen Nils Kochan nach wiederholtem Foulspiel und Gelb-Rot vom Feld geschickt. Den anschließenden Freistoß aus 18 Metern verwandelte Spitali mit einem feinen Schuss und markierte seinen achten Turniertreffer. Der Ball schlug zentral unterhalb der Querlatte im Tor der Gäste ein, der Gäste-Keeper hatte sich leicht verschätzt und sah bei dem Gegentreffer nicht gut aus. Für Spieler und Anhänger des VfL gab es bereits jetzt kein Halten mehr. Es galt die restlichen Minuten noch über die Zeit zu bringen. Aufregung nochmal kurz vor Schluss: Nach einem harten Zweikampf zwischen Jenner und dem SG-Spieler Daniel Muradas Maganes ließ sich Letzterer zu einer Tätlichkeit hinreißen und wurde folgerichtig durch den Referee mit Rot vom Platz gestellt. Die restlichen Spielminuten verliefen ohne nennenswerte Aktionen und das Schiedsrichtergespann beendete die Partie nach 122 Spielminuten.

Nach Abpfiff stürmten alle Mitglieder des VfL-Teams inklusive Coach Fanroth auf den Platz und feierten ausgelassen den Einzug in das Pokalfinale. Der VfL-Anhang feierte die aufopferungsvolle Leistung der Mannschaft und ließ es sich nicht nehmen, noch eine Weile gemeinsam auf der Platzanlage zu verbleiben und den Moment bei dem ein oder anderen Kaltgetränk zu genießen. Wenn man bedenkt, dass durch die Doppelbelastung mit Meisterschaft und Pokal kaum Möglichkeiten bzw. Zeit zum Training und zur Regeneration bleiben, ist die klasse Leistung der Mannschaft noch einmal deutlich mehr hervorzuheben. Jetzt gilt es sich auch in der Meisterschaft zu belohnen, am Sonntag kommt mit Landesliga-Absteiger Flittard ein starker Gegner nach Poll.

Im Pokalfinale am 03.10.19 wartet Schlebusch. Der gestrige Abend hat gezeigt, dass mit Wille, Leidenschaft und aufopferungsvollem Kampf alles möglich ist und der Titelgewinn mit dieser Moral alles andere als ein Traum ist! An dieser Stelle bedankt sich das Team und der Verein nochmals nachdrücklich für die Unterstützung aller Anhänger! Ihr wart großartig und ein starker Rückhalt! Wir würden uns freuen, wenn ihr uns am 03.10.19 nochmals so unterstützt, mit euch gemeinsam können wir den Traum und das Ziel des Titelgewinnes wahr werden lassen.

Das Finale am 03.10.19 wird auf der Platzanlage von Schwarz-Weiß-Köln ausgetragen.